Was ist Naturpädagogik

Wege von der Entfremdung von der Natur hin zur Naturvertrautheit 

Anliegen der Naturpädagogik ist die Beziehung zwischen Mensch(en) und der natürlichen Mitwelt. Es geht darum, für unterschiedliche Menschen neue oder vergessene Facetten der Beziehung zur Natur wieder erlebbar zu machen und so das Verhältnis Mensch-Natur neu zu knüpfen. Ziel ist es, die Entfremdung zu überwinden, wieder (oder neu) Kontakt aufzunehmen und mit der Natur vertraut zu werden.

Naturvertrautheit entsteht nur durch intensiven, vielfältigen Naturkontakt, durch eigene Erfahrungen. Dazu gehört es sich selbst im Naturgefüge zu erleben, gefühlsmäßig beteiligt zu sein, Erfahrungswissen über „Naturdinge“ und Naturzusammenhänge zu erwerben und zu vertiefen, Geübtheit im Umgang mit Naturdingen zu entwickeln. Auch der Austausch von Erfahrungen, die Reflexion von Sinnfragen und Werten gehört dazu.

Zugänge zur Natur – methodische Ansätze in der Naturpädagogik

Die Menschen sollen in ihren unterschiedlichen Wesensbereichen angesprochen werden. Dazu gehört z.B. der affektive, emotionale Aspekt genauso wie der kognitive und der körperliche.

Zu den wesentlichen methodischen Ansätzen der Naturpädagogik gehören vor allem:

  • Sinneswahrnehmung
  • Forschendes Entdecken
  • Naturkundliche Wissensvermittlung
  • Leben in der Natur
  • Handwerkliches und künstlerisches Tun
  • Natur als Nahrung und als Hilfsmittel
  • Kulturelle Elemente wie Geschichten und Lieder

Zentrale Bedeutung in unserem Verständnis von Naturpädagogik hat das eigene Erleben.

Nach Henry David Thoreau „Wir lernen nicht, indem wir Schlüsse ziehen, sondern durch direkten Umgang mit einer Sache“. Dieses Lernen geht tiefer und wirkt nachhaltiger als das Lernen aus abstrahierten Erfahrungen. Neues, ungewohntes Erleben ist die Basis für neues, ungewohntes Handeln. Erleben ist dabei immer Erleben des Einzelnen, einzigartig und einmalig.